Während des ersten Weltkrieges (von 1914 - 1918) kamen viele Betriebe zum Erliegen oder wurden mit wenigen Arbeitskräften weitergeführt. Die Produktion ging zurück, es herrschte große Arbeitslosigkeit unter der Bevölkerung. Die Inflation 1923 und die Weltwirtschaftskrise (1929 - 1932) brachte den Arbeitern von Carlsfeld neues Elend und große Not. So blieb von dem kargen Wochenlohn oft nur so viel, daß sie gerade noch ein viertel Pfund Margarine, 5 Pfund Kartoffeln oder 2 Eier kaufen konnten. Die Armut zog in vielen Familien ein. Der Familienvater mußte nach Eibenstock ins Arbeitsamt „stempeln“ gehen. Das Stempelgeld betrug 4,00 M in der Woche. Den Weg von Carlsfeld nach Eibenstock (8 km hin und 8 km zurück) ging man zu Fuß.
Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Glashütte in Weitersglashütte stillgelegt. 1930 besetzte man im Glaswerk alle Werkstätten mit Halbautomaten. Die Mundbläserei war damit zu Ende. 1933 wurde die erste Schmelzwanne eingearbeitet.
Kaum hatte sich die wirtschaftliche Lage gebessert, ging 1939, nach Ausbruch des 2. Weltkrieges, die Produktion in allen Betrieben wieder zurück.
Die nicht kriegswichtige örtliche Industrie wurde immer mehr eingeschränkt. Männer und Frauen wurden in die Rüstungsindustrie vieler Orte des Kreises Schwarzenberg, sogar bis nach Dessau und Leipzig, dienstverpflichtet. Jungen und Mädchen kamen zum Arbeitsdienst, die Männer zur deutschen Wehrmacht. 1941 wurden französische und sowjetische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit im Sägewerk eingesetzt. Die Versorgung der Bevölkerung war völlig unzureichend. Noch in den letzten Kriegstagen mußte ein Flugzeug notlanden (hinter dem alten Fußballplatz).
Nach dem 2. Weltkrieg und der Teilung Deutschlands zog neues Leben mit der Gründung der SDAG-Wismut in den Ort ein. Hunderte Kumpels wurden in Carlsfeld einquartiert, wurden ansässig und hatten für viele Jahre Arbeit. Die Betriebe nahmen die Produktion wieder auf.
Unter Führung der damaligen Partei (SED) wurden die Kleinbauern des Ortes zur Gründung der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) aufgefordert, die 1952 mit der gemeinsamen Hühnerhaltung begann, 1954 einen Schweinestall und 1958 einen Rinderstall für 65 Tiere baute.
Das Bandonionwerk Louis Arnold wurde verstaatlicht, 1959 mit dem VEB Klingenthaler-Harmonikawerk zusammengelegt und schließlich 1964 der Zweigbetrieb in Carlsfeld aufgegeben.
1964 kam es zur Einführung eines neuen und völlig anderen Industriezweiges in Carlsfeld. So wurde von dem VEB Einspritzpumpenteilewerk Wolfspfütz die Produktion von Pumpenelementen für Dieselmotoren aufgebaut.
Für die Produktion nutzte man vorerst die Räume der ehemaligen Bandonionfabrik Alfred Arnold. Aus den gelernten Akkordeonbauern, den Stimmern, Töne- und Bälgemachern wurden nun Dreher, Schleifer und Schlosser.