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Das obere Westerzgebirge wurde wesentlich früher
besiedelt, als es die verhältnismäßig späte
Gründung von Carlsfeld durch den Hammerherren Veit Hans Schnorr
im Jahre 1676/77 vermuten lässt.
Zu den ältesten Belegstücken einer Anwesenheit von Menschen
in dieser Gegend gehören spätbronzezeitliche Keramikscherben
im Gebiet der Sauschwemme am Südhang des Auersberges, die vor
einigen Jahren bei systematischen Grabungen gefunden wurden.
Ihr Vorhandensein gibt im Zusammenhang
mit den Fundumständen einen Hinweis auf die Lebensverhältnisse
zur damaligen Zeit: -eine zeitweise häusliche Niederlassung
von Menschen der späten Bronzezeit in der Nähe
einer der ertragreichsten Zinnseifen des Erzgebirges zum Zweck der
Zinnsteingewinnung.
Ein schriftlicher Beleg bergbaulicher Tätigkeit im Westerzgebirge
stammt aus dem Jahr 1378 und behandelt die Verleihung des Abbaurechts
auf eine alte (Zinnerz-) Seife bei Eibenstock.
Ob, ähnlich wie für das benachbarte Vogtland vermutet,
während oder gar bereits vor dieser Zeit Eisenerzbergbau stattfand,
ist noch ungeklärt. Zu den Zeugnissen derartigen Bergbaus im
Carlsfelder Raum gehören die ehemaligen Hammerwerke (wie Blechhammer
und Stabhammer) und der Hochofen an der Talsperrenstraße in
Carlsfeld. Die am Westhang des Dönitzgrundes befindliche Rotgrube
sowie die Gottlieb Fundgrube zwischen Weitersglashütte und
Kaltenbrunner Flügel scheinen die am nächsten gelegenen
Eisenerzgruben gewesen zu sein.
Der westerzgebirgische Bergbau auf Zinnerz hatte seine Blütezeit
dagegen schon im 16. Jahrhundert, wobei das Gebiet zwischen Carlsfeld,
Johanngeorgenstadt und Eibenstock besonders ertragreich war.
Von der berühmten Grube Fletschmaul wird beispielsweise berichtet,
dass in den Jahren 1557/1558 etwa 1000 Zentner Zinn gewonnen wurden.
Anzunehmen ist allerdings, das derartige Erzmengen vor allem aus
den relativ leicht aufzuarbeitenden Seifen stammten. Erst nachdem
diese erschöpft waren, begann man die primären Zinnvorkommen
abzubauen, deren Gewinnung wesentlich aufwendiger war.
Im 19. Jahrhundert setzte ein starker Rückgang
des westerzgebirgischen Zinnbergbaus ein, der schließlich
gegen 1890 zur endgültigen Schließung der Gruben im Eibenstocker
Revier führte.
Wirtschaftlich vollkommen unbedeutend waren die bei der Seifenarbeit
anfallenden grünlichen bis bläulichen Topase, die bei
Größen bis zu 5 cm und schleifwürdiger Qualität
das Interesse von Kurfürst Friedrich August I. (der Starke)
weckten.
Auch schleifwürdige Opale fielen als Nebenprodukt der Seifenarbeit
an.
Noch seltener waren Funde kleiner Goldkörnchen: so wurde 1733
ein 0,7g schweres Goldkorn in einer Zinnseife am Auersberg gefunden.
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