... vor sehr langer Zeit

Dicht an der Grenze und nahe dem Grossen Kranichsee führte einst ein alter Saumpfad durch eine kleine Waldsied-lung über das Gebirge ins Egerland. Man nannte diese "Weiterswiese"(weite Wiese)



Sie war eine echte Kammstreusiedlung mit 8 erzgebirgischen Eindachhäusern in einer Höhenlage von fast 900m, darunter ein kleines Wirtshaus und das Steigerhaus am Bergwerk "Segen Gottes". Der kleine Ort wurde durch den Wanderweg bekannt, der hier vorbei zum Großen Kranichsee führte.

 

... eine Sage erzählt:


ehem. Auusichtsturm im Gr. Kranichsee

Unweit Weiterswiese lag im Walde ein altes Torfhaus, die Mordhütte genannt.
Es soll früher eine Pechsiederei gewesen sein. Der Steiger der Pechgewerkschaft sei mit seinen Leuten verfeindet gewesen. Als er eines Tages in der Hütte schlief, goß ihm einer seiner Arbeiter siedendes Pech in den offenstehenden Mund, so daß er qualvoll sterben mußte.


Heidenfelders Gasthaus in Weiterswiese

... das Ende und ein Anfang:

Weiterswiese ist verschwunden. Nur noch Bilder und Erinnerungen daran sind
vorhanden.
1926 wurde der enge Talschluß des obersten Wilzschbeckens für die Anlage einer Talsperre ausgewählt (Einzugsgebiet 6 qkm). Die Häuser von Weiterswiese wurden abgebrochen und dafür im Ort Carlsfeld neue gebaut. Auch das Gasthaus "Zur Talsperre" entstand so auf halbem Weg zwischen Stausee und Carlsfeld neu.

 

... der Talsperrenbau:

Mauerbau 1927

Im Frühjahr 1927 begannen 200—300 Arbeiter mit dem Bau der Anlage, unter ihnen eine Gruppe von bayerischen Steinmaurern. Das sächsische Finanzamt hatte Regierungsbaurat Dr. Zschunke die Bauleitung für die höchstgelegenste Talsperre Deutschlands übertragen. Die Krone der Mauer liegt in 904m über Meereshöhe, der Sockel bei 873 m. Die Länge der gekrümmten Mauer beträgt 200m. Die untere Breite der Mauer wird mit 19 m angegeben. Die Krone mißt 3,70m, mit Mantel 4,50m.


Talsperrenbau

Die Wilzschtalsperre vermag 3 Millionen m³ Wasser zu stauen. Sie erfüllt ver-
schiedene Zwecke. Zunächst soll sie das früher von Hochwasserschäden heim-gesuchte Tal der Wilzsch schützen. Ferner ist sie für die Trinkwasserversorgung
mehrerer Gemeinden bis nach Zwickau hin bestimmt. Bei vollem Becken sind 60ha Fläche überstaut, und 150 Liter Wasser können in der Sekunde geliefert werden.

...ein Wander- & Ausflugsziel:

... ein Natur-Erlebnis für Groß & Klein

Im Winter friert der Stausee fast vollständig zu.
Die Mauerkrone ist seit der Sanierung 1999/2001 öffentlich begehbar.
Rad-, Ski- und Wanderfreunde genießen gern die angenehme Stille mit einem idyllischen Ausblick. Da es sich um eine Trinkwassertalsperre handelt, sind natürlich Sport- und Freizeitaktivitäten im und auf dem Wasser untersagt.

Erfahren Sie mehr von der Talsperre und dem Wasserwerk Carlsfeld    .. hier..